RIP Holger Czukay

canpic

Der Musiker Holger Czukay ist gestern gestorben. Irgendwo bei Köln.
Wegen Holger Czukay bin ich mit 15 auf nem Mofa 30 min. zum Konzert gefahren.
Minus 12 Grad. Das war Hölle.
Aber hey, es spielte CAN. Irgendwo in einer Turnhalle in Moers.
CAN spielte bis der Hausmeister den Strom abdrehte.
Dann 30 Minuten auf dem Mofa zurück bei minus 12 Grad.
Es war Hölle und drei Uhr.
Meine Mutter wartete auf mich in der Küche und war not amused.
„So kann es nicht weitergehen mit dir….“
Holger Czukay hatte mir mit seiner Bassgitarre ins Ohr geflüstert.
Und CAN.
CAN war mein Dosenöffner für Musik, danke Holger Czukay.
„Wenn ich ein Autogeräusch verwende, dann wird das so gezielt eingesetzt wie ein Trompetensolo. Ich liebe wirklich die präzise, die eindeutige musikalische Umgestaltung eines Nebengeräuschs.“ Czukay

Irmin Schmidt:  „Wie Sergej Eisenstein seine Filme mit dem Schwert editierte, so radikal zerschnitt Holger die Tapes mit Can-Musik. Man kann diese oft völlig unerwarteten Schnitte in Songs wie „Halleluwah“, „Mother Sky“ oder auch „Oh Yeah“ hören, wo Holger die Stimme unseres Sängers Damo Suzuki einfach rückwärts abspielte. Alle Theorie und jeder Überbau sind wertlos, wenn man nicht jemanden wie Holger an Bord hat, der dank einer einzigartigen Intuition eingeweiht zu sein schien in das große Geheimnis des Editierens. Ich würde seinen Beitrag als den zentralen Baustein in unserer Musik zu bezeichnen.“

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